Dienstag, 13. September 2011

Gut angekommen...

...nach 4 stündiger Autofahrt, 13 Stunden Flug, 1 Stunde Taxifahrt und 6 Stunden Zeitverschiebung bin ich nun heil in der Millionenstadt Wuhan/China angekommen.


Vom Flug nach Shanghai kann man lediglich berichten, dass der gesamt Flieger beim gemeinsamen Aerobic sich kurz vor dem Landeanflug noch einmal richtig in Form gebracht hatte: Strecken, dehnen, beugen und biegen, lockerten bei mir vor allem
die Lachmuskeln.

Kaum eingereist, stellte ich am Flughafen erst einmal fest, dass mein Gepäck aus unerklärlichen Gründen nicht auffindbar war. Nach mehrmaligen Nachfragen und Hinterherlaufen kam aus irgendeiner dunklen Ecke dann doch noch mein mit rosafarbenem Kofferband umschlungener Reisebegleiter - zum Glück!

Weiter nach Wuhan landeten wir bei unglaublicher Schwüle und Hitze. Die Taxifahrt gestaltet sich ebenso unspektakulär wir mein Empfang. Das soll heißen, dass ich weder erwartet noch großartig begrüßt wurde. Ein nettes, Nihao und schon wurde mir meine neue Schlafgelegenheit ohne große Erklärungen gezeigt.
Ein Zimmer mit Bett, Schrank, Regal, Schreibtisch, Stuhl mit einer verglasten Fensterfront ohne Jalousien oder Gardinen sowie ein kleines Bad. Ein Traum wäre nun noch, mein Schaufenster etwas zu verkleinern...



Mein Schaufenster..


Im Anschluss nahm sich ein angehender Herzchirurg aus Jemen ein Herz in die Hand - oder vielleicht hab ich auch sein Herz ergriffen - und begleitet mich den gesamten Tag durch Wuhan. Beim gemeinsamen Abendbrot traten schon die ersten Schwierigkeiten mit dem Stäbchen halten, essen und führen auf. Da jedoch weder Appetit da war, noch das Essen meinen Appetit steigerte, hielt ich mich ca. 1, 5 Stunden damit auf, die Reiskörner geschickt auf meinem Stäbchen zu balancieren.



Ist das nicht schön? Und die Herzchen haben dazu alle noch schön geblitzt und geblinkert...



Achja - ich vergaß ja total wie wir zu diesem rosarotem Etablissement gekommen sind. Natürlich mit einem musikabspielenden Moped. Anscheinend gibt es jedoch in Wuhan nicht wirklich Straßenverkehrsregeln. Ohne Helm auf bis zu 4 spurigen Straßen fuhren wir zwischen den Autos, über rote Ampeln, in dreispurige Einbahnstraßen verkehrtherum hinein oder auf Fußwegen zu unserem Ziel. Ich glaube allein in dieser ersten Fahrt bin ich ein Jahr älter geworden. Achja - und ein Auto haben wir auch gerammt, was wohl niemand interessiert.


Nach einem Cafe bei Starbucks sind sind wir so noch ein wenig zivilisierter, nach meinen geäußerten Bedenken, durch die Stadt gefahren, wo ich schon einen ersten Eindruck von dieser facettenreichen, gigantisch hektischen, schwülen, teilweise dreckigen und wirklich arg chaotischen Stadt bekommen konnte. Chaotisch soll hier nicht einmal negativ sein - irgendwie chaotisch anders.



Das ist ein komplett illuminierter Park irgendwo an einem See in Wuhan. Im gesamten Park lief orientalisch-asiatische Musik und an jedem großeren Platz tanzten (oder irgendetwas der gleichen) die Menschen dazu - ich vermute Jie Gong.


Morgen werde ich mich hoffentlich für meine wenigen Kurse einschreiben dürfen. Zur Auswahl stehen:
Surgery, Gynecology, Dermatology und Venerology, Neuropsychiatry and Opthalmology.
Ich werde zusehen, dass ich morgen noch in die Kurse einsteigen kann, um nicht nur auf den Kontakt mit dem Herrn aus dem Jemen angewiesen zu sein.

Nun sitze ich vollkommen übernächtigt in einer mir vollkommen fremden Kultur und bin schon etwas überfordert mit all den Eindrücken der vergangenen 24 Stunden..

Ich werde mich bald wieder melden.


4 Kommentare:

Jörg Taschik hat gesagt…

Klingt interessant und anders - aber was soll man auch anderes erwarten! Es ist halt nicht Little China Town in Manhattan sondern in echt!

Positiv ist doch erst mal, dass du alle Sachen bis nach Wuhan gebracht hast, dass du ein eigenes Zimmer mit Bad/WC hast, dass es überhaupt jemanden gab, der die etwas geholfen hat. Dann hoffen wir mal, dass morgen die Kurseinschreibung erfolgreich wird und du noch einige Langnasen finden wirst.

lg an TB!

OuO hat gesagt…

Na der Eintrag in deinem Blog klingt ja schon ein klein wenig besser als der Familien-Chat. Wir hoffen, das du schnell die richtigen Leute kennen lernst und umgehend die erforderlichen Infos erhälst.
Aber Jule, wir glauben schon, dass du dich von Tag zu Tag besser zu recht finden wirst und dich möglichst schnell akklimatisierst.
Wir wünschen dir alles Gute und pass´ gut auf dich auf.
LG OuO

Immer mit Buch... By Liesa hat gesagt…

hey Julchen, na das klingt doch schonmal sehr optimistisch. Schön, dass du gut angekommen bist. Dein Zimmer ist cool finde ich :) Sehr spartanisch, aber praktisch, schön dass du so ein großes Fenster hast :) Genieß deine ersten Tage und melde dich :)

Mirchen hat gesagt…

Hey Julchen, das hört sich doch prima an! Es ist das wichtigste, dass du ein Dach über dem Kopf hast und scheinbar wurdest du ja erwartet! (Stell dir mal vor, die hätten kein Zimmer gehabt oder so...)
An das Essen wirst du dich noch gewöhnen. Je einheimisches, desto besser, denn die Chinesen wissen am besten wie man das Zeug zubereitet. Da kannst du dir dann relativ sicher sein, dass es bekömmlich ist usw, weil es ja alle dort essen :)
Ich freu mich ganz doll auf deine weiteren Berichte. Grüße vom Schloss Bensberg aus meinem eigenen Chaos :-*