Mittwoch, 25. April 2012

Gone to Texas!

Auch wenn bereits schon wieder viele Tage ins Land gezogen sind, wollte ich noch ein paar Bilder und einige Zeilen zu dem letzten Teil meiner großen Reise schreiben.

Am 2. Februar sollten mich also mehrere Flieger entgegen der Zeit gen Osten nach Austin, Texas bringen. Der erste Flug ging ohne große Sorgen von Ho Chi Minh City nach Guangzhou - ein kurzes Verabschieden von China und weiter ging's nach Los Angeles. Wer mich fragt, wie es so ist über den Pazifik zu fliegen, wird ziemlich enttäuscht werden, denn Wasser bleibt Wasser! Nur witzigerweise gibt es hier eben die Datumsgrenze. So kam es, dass ich 15 Uhr Ortszeit abhebte und gegen 17 Uhr in LA landete, aber eigentlich 11 Stunden in der Luft war. Doch das war nicht mein eigentlich Problem. Etwas optimistisch hatte ich nämlich den Anschlussflug in LA nach Austin gebucht gehabt. In 1 Stunde 20 Minuten in die USA einreisen, Gepäck abholen, Gate wechseln und Gepäck neu einchecken - sogut wie unmöglich! Doch nichts ist unmöglich. In der Businessklasse landete ich auf Anfrage in LA. Ging als erste aus dem Flieger, durch die Immigration und stellte zu allem Glück auch noch fest, dass der Flieger 50 Minuten eher gelandet war. Als dann mein Gepäck mit einem Priorityschild als Erstes aus der Gepäckausgabe purzelte, wusste ich eigentlich schon, dass ich den Anschlussflug kriegen werde. Dabei hatte ich mich schon mit Schlafsack und Wechselsachen natürlich im Handgepäck auf eine Nacht in LA eingerichtet. Noch einmal kurz Busfahren, Tasche einchecken und mit einem Dauergrinzen zum Gate. Dort offenbarte sich dann zu guter Letzt auch noch eine Flugverspätung von 30 Minuten, sodass alles geklärt war.
Als ich im Flieger mit den Worten: "we're on our way to Austin, Texas!" begrüßt wurde, stand mir das Wasser in den Augen.
3 Stunden später und mit ziemlichem Herzklopfen gab es kurz vor Mitternacht den finalen Touchdown. Jedes Klo wurde auf dem Weg zum Ausgang mitgenommen und wenn einer an diesem Tag meinen Puls gemessen hätte, würde meinen können ich sei therapiewürdig.
So kam es, dass ich mit Wind in den Haaren und Herzklopfen die Rolltreppe herunter fuhr und da unten wirklich noch der gleiche, gutaussehende junge Mann mit Rose auf mich wartete, den ich vor 6 Monaten unter Tränen hab gehen lassen. Wie doch die Zeit verging - und wie wir doch irgendwie die Gleichen geblieben sind....

Die kommenden Tage waren von Jetlag, Leuten kennenlernen, Essen und der Universität erkunden geprägt. An jenem Wochenende hatte Flo gleich noch ein Volleyballspiel - auch so etwas hat sich nicht geändert: wir verbringen immer noch unsere Wochenenden in Turnhallen..Mit Platz drei schlugen sich die Texas Boys gar nicht so schlecht.


Den Abend ließen wir bei einer Bierverkostung im COOP (Flos Wohnheim) ausklingen. Dort durfte jeder ein Sixpack Bier der Wahl mitbringen, sodass wir am Ende Chilibier, Kaffeebier, Himbeerbier und das gute Franziskaner genießen konnten. Von den 25 verschiedenen Biersorten gab es letztendlich 4 Sorten mit denen man hätte arbeiten können (2 hatten wir mitgebracht ;) ), der Rest wäre wohl besser als Rattengift einsetzbar. Naja und nach 25 verschiedenen Sorten im Kopf waren wir neben angeheitert einfach nur noch müde...

In der darauffolgenden Woche erkundete ich die Stadt Austin, soweit das zu Fuß möglich war, um eine Pleibe zu finden und bereits schon einmal in meiner zukünftigen Arbeitsstelle "Hallo" zu sagen. Letztendlich schlief ich die 7 Wochen bei Flo im Zimmer, wurde offiziell in das COOP Laurel aufgenommen und hätte eigentlich auch eine Schicht arbeiten sollen. Diese Lösung war nicht nur die kostengünstigste, sondern auch die einfachste Lösung. Schnell noch eine Matratze in Flos Zimmer, 2 Kisten und somit war mein neues zu Hause gefunden.Toll!

Highlight dieser Woche war neben meinem Arbeitsbeginn am Donnerstag noch unsere kleine Beacheinheit im strahlenden Sonnenschein bei 20 Grad in kurzer Hose am 08. Februar! So geiles Wetter!

Am Donnerstag startete dann mein Pflichtprogramm in einer Sport- und Allgemeinarztpraxis ca. 2km nördlich von Flos Wohnheim. Dort arbeitete ich von 8:30-17:00 Uhr und durfte Patienten aufnehmen, körperlich Untersuchen, Diagnosen stellen und Therapiekonzepte ausarbeiten. Vom Bizepssehnenabriss über Bluthochdruck, Fußnagelentfernung und Grippe gab es wirklich sehr vielfältige Patientengeschichten zu erfragen. Das Team war wirklich sehr nett und mein mir zugewiesener Arzt bemühte sich wirklich vieles zu erklären, was sprachlich nicht immer einfach war.

Nach 2 Tagen arbeiten stand bereits das erste Wochenende vor der Tür. Flo hatte am Samstag Volleyballturnier, sodass ich mit den Mitbewohnern des Coop unterwegs war. Zuerst ging es zum amerikanischen Streetfood, welches nicht wirklich mit dem Streetfood von Asien vergleichbar ist. Dennoch war es sehr lecker und lustig. In Southern Congress wurde in Karawanen verschiedene Arten von Leckerein verkauft.




Hier verbrachten wir den Vormittag und schlenderten dann zu späterer Stunde ins Kino. Auch das war etwas anders, als was ich es bisher kannte. Hier wurde parallel zum Spielfilm normales Essen und Getränke serviert und die Bedienung ist ständig zwischen den Reihen gelaufen. Im Anschluss (ist ja nicht so, dass wir schon den ganzen Tag gegessen haben) ging es schick BBQ essen. Was wäre Texas ohne BBQ, sodass ich mein erstes Brisket probierte!

Was wäre Texas ohne BBQ? Yummy...

In der darrauf folgenden Woche war Valentinstag, den Abend vorher durfte Flo das Kochzeptar schwingen und ein ziemlich edles Essen zaubern. Sowieso, das Coop ist so organisiert, dass jeder einen gewissen Beitrag für das Wohnheim leisten muss. Sei es kochen, aufräumen, Essen kaufen oder planen. An jenem besagten Abend gab es Nudeln mit Shrimps&Seafood, Spargel-Schinkenrolle und eine Schoko-Sahne-Erdbeertorte! Ja, die nächsten Menüs wird Flo dann kochen ;).



In der selben Woche ging es für uns auf den Tennisplatz. Flo, der im Moment an der Uni Tennis belegt und ich, die seit 9 Jahren nicht mehr gespielt hatte. Anfangs sah es wirklich nicht nach viel Sport aus, aber wir steigerten uns, hatten ziemlich viel Spaß und am Ende nur noch müde Beine.
Einen Tag später flogen wir für einen kleinen Kurztripp nach New York...

Flos Eltern waren für einige Tage an die Ostküste der USA geflogen um sich Boston, NYC und Washington anzuschauen. In New York stießen wir dazu und verbrachten einige schöne Tage miteinander. Schon irgendwie witzig, wenn man sich in New York zum Familientreff zusammenfindet:

Freitag waren wir bei der Statue of liberty,:



Wall Street:

Downtown, 9/11 Memorial:
auf dem Broadway und irgendwann ziemlich müde in Little Italy gelandet.

Am Samstag schlenderten wir über die Brookly Bridge:

nach Chinatown:

Erinnerungen kamen hoch..
Anschließend gab es einen kleinen Aufwärmstopp im Applestore und danach ging es durch den Grand Central Park vorbei an:

tollen Autos:

bis zum Guggenheim Museum:


Abends noch einmal über den immer wieder beeindruckenden Times Square und dann in die Heia.



Am Sonntag verabschiedeten wir uns von den beiden, schlenderten shoppende durch die Straßen von Manhatten und flogen am Abend nach Austin zurück.
Abgesehen von den eisigen Temperaturen hatten wir ein wirklich schönes Wochenende an dem genug Zeit war, die letzten Monate in vielen Gesprächen Revue passieren zulassen.

In der nächsten Wochen waren wir beim College Basketball. Hier durfte ich den College Spirit das erste Mal so richtig kennenlernen und in einer beeindruckende Kulisse miterleben. Irgendwie schon verrückt und ansteckend!



Weiterhin waren wir am Faschingsdienstag zum Mardi Gras auf der 6th Street unterwegs. Hierbei wurden Weihnachtsbaumketten an Frauen verteilt, die ihr Brüste oder ihren Hintern zeigten. Diese etwas merkwürdige Tradition kommt von New Orleans und wurde in Austin ziemlich exzessiv zelebriert

Am Wochenende ging es bei Sonnenschein aktiv weiter: Mit Egge, Matt, Ashley, Tomas und Constanza versuchten wir das Runde-Flache ins Körbchen einzulochen = frisbee golf. Gar nicht so einfach und ziemlich spaßig.




Selten so cool gewesen, die Beiden hier ;)

Neben all unseren Aktivitäten gab es natürlich immer genug für mich zum Arbeiten und für Flo zum Lernen....Das nur so nebenbei ;).

Der nächste Bericht geht über Houston, meine letzten Wochen und Mexiko.


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