Sonntag, 18. September 2011

Wuhan...

...fast eine Woche ist vorüber und nach den ersten Startschwierigkeiten konnte ich bereits einige nette Leute kennen lernen, die Stadt erkunden und mir meine kommende Zeit etwas konkreter planen.

Da die Studienlage hier nicht optimal ist, werde ich wohl eine Kombination aus Studium und Famulatur anstreben. Das soll heißen, ich werde versuchen, die beiden mir hoffentlich anrechnungsfähigen Fächer Gyn und Derma zu belegen und in der restlichen Zeit im Krankenhaus famulieren. Die Wochenenden stehen dann frei für Erkundungen und Abenteuer im Land zur Verfügung.



Das Krankenhaus in dem ich morgen anfangen werde...



Hier sieht man in der linken unteren Bildhälfte eine Ansammlung an Bäumen. Davon sieht man oberhalb ein weiß-graues Gebäude. Das ist mein Studentenwohnheim.


Da die beiden Prüfungen Mitte Oktober bzw. November sind, werde ich wohl Weihnachten in der Heimat verbringen. Zum einen soll es hier richtig kalt werden und Schnee fallen und das kann ohne Heizung schon frostig werden. Weiterhin wird Weihnachten hier nicht gefeiert, sodass dieser Tag wie jeder andere Tag des Jahres ist. Mal abwarten...


Im Moment sind noch einige deutsche Famulanten in Wuhan mit denen ich die letzten Tage viel Zeit verbracht habe.



Die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit ist die gelbe Kranichpagode.



Hier war ich mit Lei aus Düsseldorf und ihrem Freund unterwegs. Mama hatte mir hier über einen Arbeitskollege den Kontakt vermittelt.



Sehr typisch für Wuhan ist die Mischung aus Nebel und Smog. Den blauen Himmel habe ich in der ersten Woche noch nicht wirklich gesehen. Hier sieht man die im Soviet Union Baustil erbaute Brücke über den Jankzi River.




Wuhan City



Blick in die Hinterhöfer



Wir waren unter anderem in einer kleinen Stadtoase auf der östlichen Seite des Jankzi- River - der Ostsee. Wuhan unterteilt sich in 3 Stadtteile, die früher mal 3 Millionenstädte waren: Hankou, Wuchang und Hanyang. Am Eastlake (Wuchang) war es leise(!) so dass man sogar Vögel hören können, nicht hektisch und wir waren komischerweise fast allein.



Die deutschen Famulanten....



Anschließend ging es richtig schön chinesisch Essen.

Das funktioniert so: 5 Personen bestellen sich 6 Gerichte (immer ein Gericht mehr, als man Teilnehmer ist, um das Gesicht zu wahren) und stellt alles in die Mitte. Jeder kann nun von jedem Gericht kosten und probieren! Neben schwarzen morschelartigen Pilzen, kleinen gebratenen Fischen gab es kleine Eiklößchen, Tofu und noch einiges anderes undefinierbares. Aber wo, wenn nicht mit 5 Leuten kann man besser solche Sachen ausprobieren. Aufessen darf man eigentlich nicht, um erneut das Gesicht zu wahren.



Yummy!


Gestern waren wir in der Stadt ein wenig unterwegs. Neben meinen ersten abenteuerlichen Erlebnisseen auf dem Moped im Straßenverkehr musst ich auch gestern wieder fest stellen, dass der Wuhaner Stadtverkehr ein eigenes Kapitel ist. Als Chinese fährt man Auto, wie man sich auch sonst auf öffentlichen Plätzen bewegt: rücksichtslos. Jeder versucht an der Ampel in der ersten Reihe zu stehen, daher fächern sich die Fahrspuren von den normalen zweien vor der Ampel in fünf oder mehr auf. Drängeln, kreuzen auf die Gegenfahrbahn nur um auf der Poleposition zu sein ist nichts Außergewöhnliches. Jedoch ist auch das warten an roten Ampeln eher selten, das soll heißen, egal ob rot oder grün, es wird so lang gefahren bis man steht - auch auf der Kreuzungsmitte.



Und so schiebt sich Tag ein Tag aus, eine Blechlawine durch die Wuhaner Straßen und ich mittendrin. Zwischen all diesen chaotisch fahrenden Autos gibt es noch Schwärme an Elektrorollern, die sich in alle auftuenden Lücken quetschen, Fußgänger, Fahrradfahrer und karrenschiebenden Einheimischen Chinesen.



Chinesischer Vekehr...



Gestern zum Mittag waren wir im 25. Stock eines Restaurants wirklich dekadent essen. Alles was das Herz begehrt. Neben Sushi, chinesischen Essen gab es aber auch Schokocroissant, einen ca. 70cm hohen Schokobrunnen und viele andere Leckereien. Das tollste war, das Restaurant hat sich auch noch gedreht und das alles nur für 12 Euro!!!!



Gestern Abend gab es lecker Nudel bei der Wok-Oma. Das Essen auf der Straße ist wirklich sehr lecker und unglaublich vielfältig. Das werde ich die nächsten Tage fleißig durchprobieren.


Heute ist der erste Tag an dem es mal nicht feucht ist (vor 2 Tagen hatten wir eine Luftfeuchtigkeit von 90%) und auch nicht so unerträglich warm. Eher im Gegenteil. Habe heute das erste Mal eine lange Hose ausgepackt...

Vielen Dank für eure lieben Kommentare. Ich werde mich bald wieder mit neuen News melden!

Dienstag, 13. September 2011

Gut angekommen...

...nach 4 stündiger Autofahrt, 13 Stunden Flug, 1 Stunde Taxifahrt und 6 Stunden Zeitverschiebung bin ich nun heil in der Millionenstadt Wuhan/China angekommen.


Vom Flug nach Shanghai kann man lediglich berichten, dass der gesamt Flieger beim gemeinsamen Aerobic sich kurz vor dem Landeanflug noch einmal richtig in Form gebracht hatte: Strecken, dehnen, beugen und biegen, lockerten bei mir vor allem
die Lachmuskeln.

Kaum eingereist, stellte ich am Flughafen erst einmal fest, dass mein Gepäck aus unerklärlichen Gründen nicht auffindbar war. Nach mehrmaligen Nachfragen und Hinterherlaufen kam aus irgendeiner dunklen Ecke dann doch noch mein mit rosafarbenem Kofferband umschlungener Reisebegleiter - zum Glück!

Weiter nach Wuhan landeten wir bei unglaublicher Schwüle und Hitze. Die Taxifahrt gestaltet sich ebenso unspektakulär wir mein Empfang. Das soll heißen, dass ich weder erwartet noch großartig begrüßt wurde. Ein nettes, Nihao und schon wurde mir meine neue Schlafgelegenheit ohne große Erklärungen gezeigt.
Ein Zimmer mit Bett, Schrank, Regal, Schreibtisch, Stuhl mit einer verglasten Fensterfront ohne Jalousien oder Gardinen sowie ein kleines Bad. Ein Traum wäre nun noch, mein Schaufenster etwas zu verkleinern...



Mein Schaufenster..


Im Anschluss nahm sich ein angehender Herzchirurg aus Jemen ein Herz in die Hand - oder vielleicht hab ich auch sein Herz ergriffen - und begleitet mich den gesamten Tag durch Wuhan. Beim gemeinsamen Abendbrot traten schon die ersten Schwierigkeiten mit dem Stäbchen halten, essen und führen auf. Da jedoch weder Appetit da war, noch das Essen meinen Appetit steigerte, hielt ich mich ca. 1, 5 Stunden damit auf, die Reiskörner geschickt auf meinem Stäbchen zu balancieren.



Ist das nicht schön? Und die Herzchen haben dazu alle noch schön geblitzt und geblinkert...



Achja - ich vergaß ja total wie wir zu diesem rosarotem Etablissement gekommen sind. Natürlich mit einem musikabspielenden Moped. Anscheinend gibt es jedoch in Wuhan nicht wirklich Straßenverkehrsregeln. Ohne Helm auf bis zu 4 spurigen Straßen fuhren wir zwischen den Autos, über rote Ampeln, in dreispurige Einbahnstraßen verkehrtherum hinein oder auf Fußwegen zu unserem Ziel. Ich glaube allein in dieser ersten Fahrt bin ich ein Jahr älter geworden. Achja - und ein Auto haben wir auch gerammt, was wohl niemand interessiert.


Nach einem Cafe bei Starbucks sind sind wir so noch ein wenig zivilisierter, nach meinen geäußerten Bedenken, durch die Stadt gefahren, wo ich schon einen ersten Eindruck von dieser facettenreichen, gigantisch hektischen, schwülen, teilweise dreckigen und wirklich arg chaotischen Stadt bekommen konnte. Chaotisch soll hier nicht einmal negativ sein - irgendwie chaotisch anders.



Das ist ein komplett illuminierter Park irgendwo an einem See in Wuhan. Im gesamten Park lief orientalisch-asiatische Musik und an jedem großeren Platz tanzten (oder irgendetwas der gleichen) die Menschen dazu - ich vermute Jie Gong.


Morgen werde ich mich hoffentlich für meine wenigen Kurse einschreiben dürfen. Zur Auswahl stehen:
Surgery, Gynecology, Dermatology und Venerology, Neuropsychiatry and Opthalmology.
Ich werde zusehen, dass ich morgen noch in die Kurse einsteigen kann, um nicht nur auf den Kontakt mit dem Herrn aus dem Jemen angewiesen zu sein.

Nun sitze ich vollkommen übernächtigt in einer mir vollkommen fremden Kultur und bin schon etwas überfordert mit all den Eindrücken der vergangenen 24 Stunden..

Ich werde mich bald wieder melden.


Sonntag, 11. September 2011

Let's get started...

Schneller als gedacht, sind die letzten Wochen, ins Land gezogen. Kaum waren die Tränen nach Flo's Abschied getrocknet, stürzte ich mich in die Vorbereitungen für mein eigenes, kleines Abenteuer.
Visum, Gesundheitszeugnis, Impfungen, die passenden Schuhe und viele Kleinigkeiten galt es zu besorgen. Zwischen all dem "organisatorischen" genoss ich sehr die Zeit mit meinen Mädels über alte Kamellen zu quatschen und bei Oma Mittag zu essen.

Nun soll es morgen also losgehen... So richtig bewusst bin ich mir noch nicht, wo ich hinfliege und was mich dort erwartet. Eines steht jedoch fest - ich freue mich darauf!

In altbekannter Weise werde ich fleißig einige Zeilen und Bilder über diesen Blog posten. Facebook wird es wohl in China nicht geben, weswegen persönliche Nachrichten klassisch per Mail verschickt werden dürfen.

Ihr werdet von mir hören - aus Fernost!

PS.: Ich werde mich da schon durchboxen ;)

Samstag, 13. August 2011

China - das Abenteuer wird vorbereitet...

...soeben habe ich meinen Flug nach Wuhan gebucht. Am 12. September geht es vormittag über Frankfurt nach Shanghai um am 13. September gegen Mittag in Wuhan zu landen. Jetzt brauche ich nur noch ein Visum und dann kann's auch schon los gehen.

Mittwoch, 7. April 2010

Von Golfküste, New York bis Amsterdam zurück nach Hause

Der letzte Post endete in Fort Myers - Golfküste von Florida. Von dort aus reisten wir weiter über die Muschelinsel Sanibal. Leider war dieser Vormittag nicht vom Glück der Sonne getroffen - zumindest nicht vordergründig. Julia sahs mit zwei Decken und langer Hose am Strand. Die Jungs hingegen durchforsteten den Strand auf der Suche nach Muscheln -Oberkörperfrei mit Excelerator- und bemerkten gar nicht wir stark die Sonne war. Ergbenis des Ganzen: Lars mit krebsroten Rücken, Daniel leicht verbrannt. Den Sonnenuntergang verbrachten wir mit singenden Rentnern und Rolllator in Venice Beach.


Die nächsten Tage verbrachten wir in Bradenton und St. Petersburg.
St. Petersburg...

Sonntag verabschiedeten wir uns von der Golfküste und fuhren quer durchs Land nach Orlando in Richtung Outlet Mall*smile*. Lars stellte den neuen Hosenrekorderwerb mit 5 Paar auf. Gut bei einem Preis pro Hose von 20 $ (u.a. Levis) lässt sich schlecht "nein" sagen.
Das waren unsere Errungenschaften...

Am Montagmorgen ging es in der früh zum Kennedy Space Center. Hier erlebten wir in einer super anschaulichen Ausstellung den Kampf um den ersten Mondbesuch, Informationen über gescheiterte Missionen sowie den tödlichen Spaceshuttle Start, Hubble und über Zukunftspläne der NASA. Höhepunkt des gesamten Tripps war natürlich die Aussichtsplattform mit Blick auf die Discovery. (genau eine Woche bevor sie gen Himmel geschossen wurde, haben wir sie gesehen- heute hat sie an die ISS angedockt).
Hier sieht man schön die Startplattform, die während des Startes mit Wasser gefluttet wird.


Das ist die ISS - eben nur etwas kleiner ;)
Saturn 5 Antrieb im Vergleich zu Daniel...

Unseren letzten Tag im Land der Krokodile und Orangen verbrachten wir am "World's most famoust beach" in Daytona. Gegen eine Gebühr von 5$ konnte man dort sein Auto am Strand parken...*no comment*. Neben den ersten Surfversuchen, probierten wir uns auch im Strandhochhüpfen und genossen im puren Sonnenschein den letzten stressfreien Tag.



*jipppiiii*
Mittwochmorgen klingte dann schon um 5:30 der Wecker und 3 Stunden später waren wir unterwegs in Richtung NYC. Angekommen in Newark brauchten wir noch 3 Stunden bis wir endlich unser schweren Koffer im Hostel abstellen konnten. Zu erwähnen ist, dass es in NYC keine Rolltreppen in den U-Bahnen gibt. Daniel durfte entsprechend 50kg treppauf, treppab und das nicht nur einmal schleppen..
Im Hostel wartete Sebastian auf uns, mit dem wir die nächsten Tage verbringen sollten. Nach nahrhafter Stärkung (was sonst-MONSTERPIZZA ;)) ging es über die Wall Street zu erst in Richtung Staten Island auf der kostenlosen Fähre mit Blick auf die Skyline sowie die Statue of liberty. Anschließend kreuzten wir im Sonnenuntergang das Financial district mit Ground Zero, dem schon begonnen Freedom Tower weiter in Richtung Brooklyn Bridge.

Den Abend schlenderten - oder besser - rannten wir über den Times Square, ließen ihn dann aber ruhig mit einer Freundin in einer Bar ausklingen.

Isabel studiert in NY, Daniel hat sie in Moskau kennen gelernt -sie kommt eig aus Californien..

Donnerstagmorgen holten wir uns den New York Pass und gingen zuerst in den Madison Square Garden- einem riiiiesen großen Stadion mit einer Kapazität von bis zu 18200 Zuschauerplätzen. Es folgte der Aufstieg zum Rockefeller Center sowie gelassenes Flanieren über die 5th Avenue.

Blick vom Rockefeller zum Empire State Building...

Highlight des Abends war ein Basketballspiel im Madison Square Garden. Jede Mannschaft hatte sein eigenes kleines Orchester mit mind. 10 Cheerleadern + Maskotchen. Eine unbeschreibliche Athmosphäre für einen sagenhaften Preis von $10.

Gegen 22 Uhr wagten wir noch den Aufstieg zum Empire State building. Nach 2 schier endlosen Stunden hatte sich dann doch das Warten gelohnt. Ein Lichtermeer soweit das Auge reicht...

Freitagmorgen fuhren wir mit der Fähre zur Statue of liberty sowie zu Ellis Island.
Posen wie die Großen ;)
"Who's the man?"

Freiheitstatue mit Skyline von NY-unbeschreiblich...

Einem 2 stündigen Besuch im Googenheim Museum folgte ein Besuch bei Madame Tussauds. Abends besuchten wir die Ausstellung "Bodies" in etwa vergleichbar mit Körperwelten, jedoch mit qualitativen Mängeln. Den Besuch bei der Bluemangroup sowie in der Skybar sollte uns dieses Jahr nicht gegönnt sein. Die Karten waren ausverkauft und unsere Dresscode war nicht denen der Skybar entsprechend. Also blieb nur noch ein Bierchen in der Kneipe um die Ecke übrig (mit 20% Trinkgeld^^).

Samstagmorgen war vollends im Zeichen des Ipads - zumindest für 2 der drei mich begleitenden Herren. Früh um 5 hüpften Lars und Daniel aus den Kojen um auch sicher das liebe Baby mit nach Hause zu bringen. Basti und ich ließen den Tag beim gemütlichen schlendern über den Time Square eher ruhig angehen - endlich Zeit zum schauen, genießen und auf sich wirken lassen. Mittags waren wir dan noch zum Skyride sowie in den NBC Studios eh wir uns gegen 15 Uhr in Richtung Flughafen begaben. 18:30 sollte der Flieger starten - eine Stunde später hoben wir letztlich in Richtung Europa ab.

Nach 7 Stunden Flug kamen wir durchaus erschöpft in der Nachbarhauptstadt Amsterdam an. Doch es mussten noch 7 Stunden überbrückt werden...Also fuhren wir mit dem Zug nach Amsterdam City. Wie sollte es auch anders sein - es regnete, also entschieden wir uns für eine Bustour, in der wir mehr schliefen als sahen. Jedoch für einen kleinen Eindruck hat es gereicht. Sonntagabend gegen 21:30 waren wir dann endlich zu Hause - und unendlich müde und kaputt...

Nun sind schon wieder einige Tage vergangen und es konnte sich alles ein wenig setzen. Wenn man sich nun in Ruhe die Bilder ansieht, wird einem immer mehr bewusst, was wir für eine tolle Zeit hatten- ob Sonnen in Miami, Baden in der Südsee oder Sightseeing in NYC

WIR HATTEN EINE SUPER ZEIT!

Vielen Dank auch an meine lieben Jungs, das sie mich 2,5 Woch liebevoll aushielten ;)...