Montag, 23. Januar 2012

Miras Background

Drei Wochen raus aus dem Alltag in Deutschland und mit Fernweh ab in die Sonne - so war zumindest der Plan. Letztere war leider nicht immer dort, wo wir waren; aber das war irgendwann nebensächlich. Wir hatten eine wahnsinnig tolle und interessante Zeit, haben viel über das Land und dessen Kultur und Menschen gelernt und natürlich auch die eine oder andere Party mitgenommen. Rückblickend sind dennoch ein paar unbeantwortete Fragen übrig geblieben.

1. How low can you go?

Dies bezieht sich exakt auf die 5 Tage in Hongkong am Anfang und sollte unser Motto für diese tolle verrückte Zeit darstellen.

HOW -


Nach mal wieder verlorenem und wiedergefundenem Pass, kamen wir in dieser verrückten Stadt an und mussten uns erstmal zwischen Hochhäusern, Shopping Malls, Fliegenden Händlern, dem Meer und leider auch dem Smog und meinem Jetlag zurechtfinden. Da halfen nur gutes Essen von der Straße, Sonnenstrahlen und ein guter deutscher Tropfen aus dem Vogtland, den Jule zum Glück parat hatte.

LOW –

Am zweiten Abend stürzten wir uns in das Nachtleben. Angeblich sollte in Wan Chai – das ist ein Bezirk auf Hong Kong Island – Ladies Night sein. Seltsamerweise trafen wir dort nur Männer an und wollten schon fast wieder gehen. Schließlich trafen wir die dort wohl einzigen zwei weiblichen Wesen außer uns – was fatal endete. Denn zusammen mit weiteren 15.000 Soldaten der US Navy befanden sich die zwei schon gut angetüdelten Damen grade für ein paar Tage an Land, nachdem sie monatelang auf den Ozeanen rumgeschippert waren. Und die Jungs haben nur darauf gewartet, endlich ihr Geld flüssig zu machen. Ein lustiger Abend, bei dem unsere Geldbeutel absolut überhaupt nicht zum Einsatz kamen :-)


CAN - of Beer?

Oder doch besser Wein von Simon, dem Flying Winemaker? Den dritten Abend verbrachten wir im Partyviertel Lan Kwai Fong auf Hongkong Island. Zuvor hatten wir einen kleinen Weinladen gefunden, wo es angeblich eine Weinprobe for free gab. Dort haben wir Simon kennen gelernt und ihn danach sage und schreibe 4 Mal zufällig in dieser Millionenstadt wiedergetroffen Dafür war eindeutig ein bisschen mehr Wein fällig! Zusammen mit ihm und seinem Chef haben wir dann noch einen wahren Insider-Club in einem der vielen Hinterhöfe besucht, wo wirklich nur Einheimische waren – und das mitten im touristischen Partyviertel.

YOU - lia.

Am vorletzten Tag haben wir uns mit Julia aus Dresden getroffen und sind nach Stanley zum Strand gefahren. Dort war das Wetter leider ziemlich low, aber zumindest haben wir mal Strand gesehen. Abends haben wir dann noch Uwe und Alex, beides Bekannte von Jule, getroffen und gemütlich ein Bierchen an der Promenade in Kowloon mit Blick auf die Skyline getrunken.


GO - SILVESTER 2011/12 -

Der wohl beste Partyabend ever! Wie Jule schon ausführlich beschrieben hat, haben wir völlig underdressed erst in der zweiten Reihe beim Feuerwerk gestanden, anschließend eine Armani-Party gecrashed und zu guter Letzt den absoluten In-Club in Lan Kwai Fong bis in die Morgenstunden aufgemischt.


2. Ist es nun same, same oder different?

In Vietnam angekommen, machten wir natürlich dank unseres nicht-asiatischem Aussehens schnell Bekanntschaft mit den vielen Straßenhändlerinnen. An allen Ecken und Enden verkauften Frauen Sonnenbrillen, Zigaretten, Bücher, Armbänder, Schmuck, Obst und sonstiges allerlei. Am Anfang kann einen das ständige „Juu wonna baaaai somsing?“ richtig nerven! Irgendwann klappt es aber, einfach ein Lächeln aufzusetzen und dankend abzulehnen. Ein Satz, den wir nach anfänglichem Ablehnen eines Produkts dort öfters zu hören bekamen, war: „Noo… it’s same same, but different!“ Wir fragen uns noch heute, was die guten Frauen damit eigentlich sagen wollen. Irgendetwas muss es bedeuten, schließlich haben alle Verkäufer, ob Hanoi, Nha Trang oder Saigon, diesen Spruch parat gehabt – und das trotz mickrigem Englisch. Eigentlich kann man dies auf ganz Vietnam beziehen. Überall findet man eine aufgeweckte Kultur und Menschen, deren Leben hauptsächlich auf der Straße stattfindet und nicht in dunklen Wohnzimmern vor dem Fernseher. Überall werden alltägliche Dinge wie Essen oder Arbeiten im Freien ausgeführt.
Der Süden mag etwas westlicher sein als der Norden, dennoch ist diese Art zu leben überall „same same“. Und trotzdem different, da man, wenn man genauer hinsieht, auch Unterschiede entdeckt. So hat jede Stadt ihr eigenes „Nationalgericht“. In Hoi An beispielsweise durften wir neben den vielen Tailors auch das traditionelle Gericht Cau Lao kennen lernen: Eine spezielle Suppe mit Reisnudeln, geschnittenem Schweinefleisch, Minze und frischem Koriander, die es nur dort gab.


3. Was hat es mit den Spielkarten auf sich?

Hier eine etwas mysteriöse Erfahrung unserer Reise. Selbst in den verlassensten Gegenden, die wir besucht haben, fanden wir einzelne Spielkarten. Ob einfach nur auf der Straße liegend oder mitten im Sand steckend… sie tauchten einfach immer und immer wieder auf! Insgesamt besitzt unsere Sammlung nun drei Vieren, zwei Achter, eine Karo Zehn, einen Kreuzkönig und seltsamerweise zwei Mal den Herzkönig. (den ich laut Jule ja eigentlich verschenken sollte) Falls jemand Vorschläge oder Ideen hat, was es mit diesen Karten auf sich haben könnte, her damit! Ansonsten werde ich vielleicht mal Lotto spielen und auf jeden Fall die 4, 44, 48, 8, (…) tippen.



4. Wo bleibt eigentlich Jenny mit der Gitarre?

Mittlerweile weiß ich, dass Jule endlich eine Jenny getroffen hat. Sie ist leider nicht blond und kann wohl auch nicht Gitarre spielen, aber immerhin. Die Erklärung dazu: Unser kompletter Urlaub war seltsamerweise von Forrest Gump geprägt. Alles fing damit an, dass Jule in Hongkong nach dem einen oder anderen durch die Navy-Boys spendierten Drink den Satz brachte "Life is like a chocolate box, you never know what you're gonna get" - woraufhin der gute Navy-Jonathon gleich einen Forrest Gump-Clip auf seinem Iphone präsentierte. Am nächsten Morgen (oder besser Mittag) lernten wir unseren neuen Hostelzimmer-Mitbewohner kennen. Er hieß nicht nur Forrest, sondern kam unglaublicherweise auch noch aus Alabama. Am selbigen Tag machten wir uns auf in Richtung Peak auf Hong Kong Island - der höchsten Stelle mit einer phänomenalen Aussicht. Spaßeshalber scherzte ich noch, dass wir dort sicher Bubba Gump und seine Shrimps treffen würden. Wenig später leuchtete uns ein riesiges Werbeplakat an der Seilbahn zum Peak entgegen: "Bubba Gump Shrimp Co. - see you at the Peak!" - höchst mysteriös das Ganze. So stand Vietnam unter anderem ganz unter dem Motto: Wo ist eigentlich Jenny mit ihrer Gitarre? Denn auf einem Kudda waren wir schließlich dann in Hoi An gewesen..

Dienstag, 17. Januar 2012

Vietnam, here we are!

Nachdem also unser Auftakt der Reise in Hong Kong ganz gut geglückt war, sollte der Start in Vietnam nicht ganz so rund ablaufen. Mahoma verpasste seinen Flieger und Mira stand ohne Gepäck in Hanoi auf dem Flughafen. Nach 3 Stunden Schlaf, Busfahrt, Flug und Co. war verständlich, dass kurzzeitlich die Emotionen blank lagen. Da ich jedoch mit meine 19 Kilo Klamotten eine ganze Fußballmannschaft hätte ausstatten können, war das alles halb so wild und Mira überlebte es bis zum darauffolgenden Tag mit meiner Kleidung. Für den ein Tag ohne Gepäck gab es immerhin satte 30$ für Zahnbürste und Co.


2.1.2012 Mira auf der Suche nach einem besseren Karma für das Jahr 2012...


Hanoi ist eine super Stadt, überall Kneipen mit kleine Plastehocker auf deinen Streetfood serviert wird, MILLIONEN an Mopeds, Hektik und enge Gassen in denen sich natürlich selbstverständlich die Moped hindurchzwingen. *grinz*
Spannend dabei ist, dass die Stadt 66 solche kleine Gassen besitzt in denen man in jeder Gasse etwas anderes bekommt. Aber in der Gasse selbst, das Gleiche. Also kann es gut sein, dass eine Straße nur Werkzeug oder nur Blumen oder Kleidung verkauft!

Den Abend nutzen wir sofort um die kulinarischen Feinheiten von Vietnam zu entdecken und die 30 $ der Fluggesellschaft für unsere Schönheit zu verprassen. Neben Maniküre gab es am darauffolgenden Tag noch eine erholsame Massage.
Da auch am darauffolgenden Tag Petrus nicht auf unserer Seite war, entschlossen wir uns am nächsten Tag für eine zweitägig Tour in die Halong Bay.

Die Halong Bay ist wohl eines der Highlights in Vietnam! Wir hatten die große Ehre sie nicht in der Sonne sondern im mystischen Regen - Nebel - Mix zu entdecken...


Eben etwas anderes. Auf einem Boot ging es durch die skurril anmutenden Bergformationen zu einer Höhle, kleinen Insel und eine Bucht, wo wir übernachteten.





Am Abend wurden wir kreativ und bauten uns aus Flyern und anderen Papierresten ein Pokerset und entspannten auf unseren Kudda mit Holländern, Portugiesen, Chinesen, und HK-Chinesen.
Wirklich schön und beeindruckend, wobei ich stark an meinen Tour durch Yangshou in China erinnert wurde. Sicherlich wäre das ganze noch etwas schöner bei Sonnenschein und Wärme gewesen, leider sollte das Glück nicht auf unserer Seite sein.

Gleich im Anschluss fuhren wir mit dem Nachbus in die alte Kaiserstadt Hue. Nachtbus, wie muss man sich so etwas vorstellen?

Ein Bus in denen drei Leute in den vorderen Reihe, weiter hinter bis zu 5, in zwei Etagen halb liegend aufeinander aufgereiht sind. In die Gänge werden nach und nach wie immer Kisten, Kartons und letztlich auch Vietnamesen "aufgefüllt", die dann auf Matratzen schlafen. Abendbrotstopp war in der Nacht um halb 2 in einer Raststätte, die auch meinem durchtrainierten Magen nicht zumutbar war, mit einer Toilette die eher mehr einem Donnerbalken gleichte. Zum Glück hatte ich von Myrthe noch den Schal und die Mütze dabei, denn die Vietnamesen meinten es gut mit der Klimaanlage - puh!
7 Uhr Ankunft in Hue - Regen! Egal, wir duschen und stürzten uns in das Gewühl, kauften zwei neue Regenjacken und schauten uns die kleine "Verbotene Stadt" an! Nicht wirklich beeindruckend im Vergleich zu den Dimensionen in Beijing mussten wir dann notgedrungen in den Gassen unser Geld in Klamotten und Essen investieren..




Winkekatze!


Am darauffolgenden Tag brachte uns unser Open Bus Ticket (ein Ticket, was wir uns für 55$ gekauft haben, welches uns von Hanoi bis nach Saigon mit 6 Zwischenstopps transportiert) nach Hoi An!

Dort angekommen, war der erste Kommentar meinerseits: "hier riecht es nach Geldausgeben!". Und es kam so wie es kommen musste: 6 maßgeschneiderte Kleider, zwei paar Schuhe und einige andere Kleinigkeiten standen nach 3 Tage bummeln auf der Habenseite! Was für eine schöne Stadt. Hier und da dachte man, man sei in irgendeinem kleinen Fischerdorf in Frankreich: Baguette, wunderschöner Architektur und einfach toller Atmosphäre ließen uns 4 Tage in dieser tollen Stadt verweilen.








Dabei sei natürlich zu erwähnen, dass meine liebe Mira am 7.1. ihren 23 Geburtstag hat feiern dürfen. Abends verbrachten wir gemütlich in einer Bar. Leider hatte der vietnamnesische Vodka nicht die gewünschte Qualität, was am darauffolgenden Tag für die ein oder andere cerebrale Nebenwirkung sorgte.
Mein Geschenk für Mira war ein Besuch in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hoi An. Dort erörterte uns Mr. Phong in alle Geduld und Ruhe, die historischen Hintergründe zu Nord und Südvietnam, die Kriege und letztlich die heutige Situation in Vietnam. Im Anschluss besichtigten wir das Dorf, auf dem er lebte und genossen vielfältig und super zubereitetes Essen seiner Frau.
Einheimische fiebern mit beim Hahnenkampf..




Zu unserem Glück war auch noch an jenem 7.1 Vollmond, welches ausgiebig in Hoi An gefeiert wird. Die ganze Stadt wird mit Lichtern erleuchtet, kleine Papplicher schwimmen auf dem Fluss und an jeden Ecke singen und tanzen die einheimischen! Unglaubklich schön!



Geburtstagsknübbeln :)

Am Montag,09.01.2012, fuhren wir zu den hinduistisch - historisch Ruinen von My Son. Vergleichbar mit Ankor Wat erkundeten wir die Ruinen und fuhren anschließend mit dem Boot zurück.
Durchaus interessante Ruinen...

Am gleichen Abend, sonnensüchtig wie wir waren, ging es erneut in den Nachtbus gen Süden - Ziel Nha Trang!

Leider hatte es Petrus nicht gut mit uns gemeint, weswegen wir 2 Tage im Regen mit einem traumhaften Strand vor der Haustür, dann doch nur in der Bar und auf dem Zimmer verbringen durften.

12.01.2012 Endlich im Süden angekommen - Mui Ne! Strand, Palmen, Wellen, Sonne, Sommer - wir haben es geschafft! Mit Wind in den Haaren, Banane in der Hand und gutaussehenden Kitesurfern verbrachten wir drei weitere Tage gemeinsam in Mui Ne.

Besonderes Highlight war der Sonnenaufgang in den nahegelegenen Dünen, eine Wanderung durch die fairy springs zu einem Wasserfall sowie die Besichtigung des Fishing Village!





ENDLICH STRAND!


*Winkekatze *


Am 15.01.2012 hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Mira. Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die in die Uni müssen, lernen und nun Vollgas durchstarten dürfen! Ich hoffe, sie bekommt das alles irgendwie hin! Wir hatten eine super Zeit, haben viel gelacht, tolle Sachen gesehen, verrückte Dinge gegessen, viel zu viel geredet und vor allem uns gut vertragen :). Ich glaub so schnell werden wir zwei unsere 3 Wochen in Asien nicht vergessen!

Ich habe derweilen noch 3 Tage in Mui Ne eine gesunde Bräune angenommen und werde morgen nach Dalat in die Central Highlands fahren. 1 Tagestour auf dem Moped und ein wenig wandern stehen dort auf den Plan, ehe es am 20.01 nach Saigon für das Tet Festival geht. Tet, ist das chinesische Neujahresfest und ist wohl vergleichbar wie Weihnachten in Deutschland. Im Anschluss möchte ich noch eine zweitägige Mekongdeltatour unternehmen um noch einiges Tage auf der Insel Phu Quoc im Südwesten von Vietnam zu verbringen, ehe es am 2.2.2012 in den Flieger zu auf die andere Seite des Pazifiks geht...

Bis dahin!
;)

PS.: Unsere bzw. meine Tour:

A= Hanoi, B= Hue, C= Hoi An, D= Nha Trang, E= Mui Ne, F= Dalat, H= Saigon, I= Phu Quoc