Montag, 24. Oktober 2011

Chinesische Dekadenz...

Wie ich schon im letzten Post angedeutet habe, konnte ich in den letzten Wochen in die Vorzüge des gehobeneren Lebens in China kommen. Großartiges Festmahl, Karaoke, Hot Springs und ein grandioses Orchester verschönerten meine letzten paar Tage. Doch alles der Reihe nach.

Die Woche verbrachte ich tagsüber im Krankenhaus und am Abend in der Nähe des Schreibtischs auf der vergeblichen Suche nach einer dermatologischen Eingebung. So viel vornweg - so richtig ist der Interessensfunke nicht übergesprungen. Da aber die Chinesische Laoshi (Lehrer) so nett war und uns mit einer Kleingartenanlage gewunken hat, konnte ich meine Vorbereitungen auf das Wesentliche beschränken und mich den wichtigeren Dingen im Leben widmen.

Mein nun etwas wohnlicheres Zimmer. @ Kate+Berit: Euer Bild hängt seit dem ersten Tag!

Prof. Yang hatte am Mittwoch seine Freunde zu einem "kleinen" Essen eingeladen und nannte als Anlass - mich. So viel zu Angeberei - natürlich hatte er den Kaiserraum reserviert...

Das Essen war mal wieder super, nur leider konnte ich nicht so viel verstehen, womit für mich dieser Teil des Abends eher der Passive war. Das sollte sich spätestens beim KTV = Karaoke ändern. Hier hatten wir wieder - wie immer - ein Separée gemietet, wo ausschließlich schmalzige, schleimige chinesische Lovesongs hoch- und runter geträllert wurden.

Voller Emotionen gab man sich der Musik hin...

Einzig englischsprachiges Lied war von Celine Dion - My Heart will go on, welches ich gleich - ohne berauschenden Flüssignahrung - zu Anfang singen durfte. Da dieses Lied nicht sonderlich einfach ist, war für mich dann der Abend aufgrund fehlender Gesangsqualitäten am Mikrophon gelaufen. Dafür durfte ich dann für Tanz, Trunk und Smalltalk herhalten..


Prof. Yang (rechts) und sein Erster, von ihm ausgebildeter Assistenzarzt..nur für dich Opa ;)

Am Donnerstag durfte ich mein Mittagessen im 25. Stock über Wuhan genießen. Leider war die Aussicht wie immer versmogt, weswegen es keine sehenswerten Bilder gibt.

Die Klausur am Freitag war auch ein spannendes Erlebnis. Es gab nur offene Fragen, was für mich als verwöhnte Kreuzelstudentin schon erst einmal ein kleine Überraschung war. Denn nun galt es sinnvoll einige schlaue Wörter in gutem Englisch aneinander zu reihen und das auch noch zu allem Übel, wenn möglich richtig. Auch hier, stellt sich einmal wieder heraus, das blonde Haare ein Garant für Toleranz und eine Sonderstellung schlecht weg ist. Böse Zungen behaupten sogar, dass ich auch die Fragen auf deutsch beantworten könnte und ich dennoch eine gute Note erhalte. Ich werde berichten.
Ein indischer Kommilitone hatte es besonders gut mit der schriftlichen Vorbereitung für die Klausur gemeint und musst notgedrungen nach 30 Minuten sein schriftliches Meisterwerk unter diktatorischen Ausweisen aus dem Saal abgeben.

Den Freitagabend verbrachte ich dann nicht wie geplant im Zug nach Huangshan, sondern mit einigen Freunden aus Wuchang, einem anderen Stadtteil von Wuhan. Grund dafür war zum einen die sehr komplizierte Anfahrt zu dem Avatarbergen und zum anderen eine Einladung von Prof. Yang ins Hinterland von Wuhan.

In Wuchang glühten wir in Helen's Cafe, einer Bar, die nur von Ausländer besucht wird, erst fleißig vor und zogen danach weiter in einen Chinesischen Club in Han Kou.

Myrthe, Carlos, Basti und Prim


Ich hab sie (fast) alle im Griff ;)...

Wie bereits schon eher erwähnt, ist dies irgendwie jedes mal wieder ein feierliches Erlebnis:
Neben Menschenmassen, die alle in Leopard gekleidet sind, chinesische Frauen auf 12cm Absatzschuhen, die dem Delirium näher sind als der Realität und Shows, die einen an Futurland in Disneyland erinnern, stellen einen oft vor die Frage in welcher Welt man hier eigentlich ist. Auf der anderen Seite steht man dann dekadent an einem Stehtisch und genießt großkotzig überteuerten Whisky, den man ja sowieso wieder von irgendjemand ausgegeben bekommt.


Am Samstag kam ich mit Myrthe aus Ulm, die in Wuhan im ersten Semester Medizin studiert, der Einladung von Prof. Yang nach. Gemeinsam ging es mit einem eigenen Reiseführer nach Xiaoming, einer ca. 1,5 Stunden Fahrt entfernten Stadt im Osten von Wuhan.

Dort "wanderten" wir erst durch die umgebenden Berge und "genossen" den smogreichen Ausblick.

Ein ganzer Wald nur aus Bambus und am Straßenrand mit chinesischer Gravur

Familienfest auf dem Weg zum "Gipfel"... einfach nur süß...

Im Land des Lächelns...

Nach edlem Essen ging es gemeinsam in die nahegelegenen Hot Springs. Hier gab es erneut hautschuppenfressende Fischlein, verschiedene Whirl Pools, Spaß- und Bademöglichkeiten und u.a. auch sehr entspannende, heiße Steine. Auf diesen heißen Platten bekamen wir dann liegend noch eine ausgiebige Fußmassage und durften danach in einer Art Eierkochen eine Dampfsauna genießen. Das alles war schon ziemlich abgehoben, manchmal auch etwas befremdlich oder doch schon irgendwie erlebenswert. Um jetzt sämtliche Hetzerei und Lästerei vorne weg zu nehmen - mal ehrlich, wer würde schon zwei blonden, großen Mädels aus Deutschland in China von der Poolkante schupsen? :)
Ohne mit der Wimper zu zucken finanzierte uns Prof. Yang großzügig, selbstverständlich und auch irgendwie großkotzig den ganzen Tag. Nicht zu vergessen war das Abendbrot mit Froschschenkel und Co..

Den gestrigen Tag ließ ich in aller Ruhe angehen und nutzte die Zeit um auch etwas bewusster durch die Straßen zu gehen. Hier einige Impressionen...


Rentner, die auf den Straßen zocken...

An jeder Ecke werden Häuser abgerissen und in windeseile wieder aufgebaut...

Nachmittags traf ich mich mit Anna, Sinologiestudentin an der FH in Zwickau, die für 1 Jahr in China bleiben wird. Ja, richtig die Sachsen sind überall! Mit ihr erkundete ich den Tauistischen Tempel und verbrachte den Nachmittag wild schnattert über Zwickau und Co.


Am Abend sollte es ein weiteres Highlight in der "kleinen" Konzerthalle von Wuhan auf uns warten. Wie gerade gesagt - die Sachsen sind überall - durften wir zum Sonntagabend ein grandioses Konzert der Blasmusiker aus Thum im Erzgebirge in pompösen Ambiente erleben. Abwechslungsreich, kreativ, vielfältig und spaßig bereiteten uns das Orchester, welches größtenteils aus Studenten besteht, einen hochkarätigen Abend.


Den geplanten Clubabend für heute mussten wir aufgrund fehlender Teilnehmer absagen...

Für die kommende Woche stehen neben Krankenhaus, Badminton, Chinesischkurs und anderen Kleinigkeiten nicht viel an. Das Wochenende werde ich mit den amerikanischen Leuten aus Hainan in Nanjing verbringen. Am Tag meines Geburtstags wird gleich noch Halloween in einer Bar gefeiert, in der zwei US-Boys als Blues Brothers auftreten und ordentlich für Stimmung sorgen wollen. Da ich bereits gute Erfahrung mit dem Partyverhalten dieser Lehrer gemacht habe, kann das nur ein grandioses Wochenende werden!

Bis bald und dann schon wieder ein Jahr älter, aber noch immer die Gleiche ;)...

Sonntag, 16. Oktober 2011

5 Wochen..

Meine letzte Woche war nicht von besonders großen Ausflügen und Unternehmungen geprägt sonder spielte sich in Uni und Krankenhaus ab.

Der Chinesischkurs ist für postgraduated students, dass heißt ich sitze mit bereits graduierten Human- und Zahnmediziner aus der ganzen Welt zusammen. In der ersten Woche haben wir uns vor allem mit der Aussprach der einzelnen Buchstaben befasst und die ersten 10 chinesischen Zeichen eingeführt. Wenn ich mir so überlege, dass es bis zu 10.000 gibt, kann das echt lustig werden. Zumal das ja wie Bilder malen ist...

Im Krankenhaus bin ich nun in der Neurochirurgie angekommen. Neben wirklich beeindruckenden und abgefahrenen Operationen habe ich nun einen netten deutschsprechenden Professor an meine Seite bekommen. Dieser sieht die Arbeit im Krankenhaus eher als notwendige Nebenbeschäftigung und verbringt eigentlich lieber seine Zeit mit Essen, Kartenspielen, Massage und nun auch durch mich - mit Angeben. Sobald er mit seinen Operationen, in der Ambulanz oder mit der Visite fertig ist, gibt es für ihn anscheinend keine zwingende Anwesenheitspflicht im Krankenhaus.

Daher konnte ich diese Woche gleich zweimal ins Vergnügen kommen, ihm bei seinen Mittagsmahl zu begleiten. In einer Runde von 8 Männern, die anscheinend alle nicht arbeiten müssen oder nicht mehr brauchen, wurde erst einmal lautstark Karten gespielt. Da dieser elitäre Kreis wohlhabend ist, wurden letztendlich 10 Euro Scheine hin- und hergeschoben. Während auf der anderen Seite Assistenzärzte 20 Euro im Monat für ihre Arbeit, also rundum die Uhr, im Krankenhaus bekommen. Soviel zur Gleichheit in China...

Nun zum Essen: Ich durfte mir natürlich mein Seafood, welches zu diesem Zeitpunkt noch lebte, selbst aussuchen. Neben Austern, Muscheln, Mandarinenfisch und andere spannende Sachen war das Krebs essen schon mein besonderes Highlight. Und ja liebe Mama - ich hab's probiert und für gut befunden :).

Nach unserem Mahl ging es dann sofort noch für 1,5 Stunden in die Fußmassage incl. Körper mit Kleidung! Oh, es gibt nichts besseres...


Apropos Krankenhaus. Ich hatte ja in meinem letzten Post von dem Abschlussessen im Krankenhaus berichtet. Hier einige Impressionen.

Das Thoraxchirurgenteam und Eugen...


...


Das ist sehr typisch für chinesische Krankenhäuser. Die Angehörigen der Patienten schlafen mit in dem Patientenbett.


Fest vorgesehene Patientenbetten auf dem Gang...


An diesem Sonntag gab es ein besonderes Ereignis im Tongji Hospital. Anscheinend gibt es hier alle 2 Jahre ein Sportfest, vom Krankenhaus organisiert, an dem die einzelnen Fachbereiche gegeneinander antreten. Das ganze wird feierlich mit einem großen Einmarsch eröffnet und beginnt dann mit den Performances der einzelnen Fachgebiete. An Anschluss kämpfen die Fachbereich u.a. beim Tauziehen, Wettrennen oder Weitsprung gegeneinander, wobei der beste Bereich eine Prämie bekommt.

Von Schlafanzug- über Cheerleader- bis zum Skifahroutfit war alles in allen Farben vertreten.







Team der chirurgischen Abteilung








Mit vollster Begeisterung dabei - egal was man trägt...



Wenn man die Menschenmassen so sieht, fragt man sich, wer eigentlich im Krankenhaus die Arbeit macht...





Aber ich war auch nicht nur aktiv am Zuschauen dieses Wochenende. Ich habe auf Hainan einige amerikanische Lehrer kennen gelernt, die in Nanjing unterrichten und dieses Wochenende in Wuhan waren. Sie hatten mich gefragt gehabt, ob ich nicht Lust hätte bei ihnen im Frisbeeteam mitzuspielen. Gesagt - getan. Die Fahrt ans andere Ende von Wuhan war schon wieder eine Erlebnis der Kategorie "irgendwie regelt sich alles von selbst". Denn auf dem Weg zum Bus quatschte mich ein Ostafrikaner an, wo ich hin will und ob ich nicht mit bei ihm im Taxi mitfahren möchte, da die Busfahrt einfach viel zu lang dauert. So war ich schneller als gedacht in einer der 24 Unis - ich glaube Wirtschaftsuniversität - von Wuhan. Für die Rückfahrt habe ich übrigens 2 Stunden mit dem Bus gebraucht...

Kaum auf dem Campus angekommen, stellte ich fest das Dylan's Telefon nicht ging. Also machte ich mich auf die Suche nach einem westlichausschauenden Mädel. Beim genaueren Hinschauen stellte ich erfreut fest, dass fast mehr Europäer auf dem Spielfeld standen als Chinesen. Nach 1 Stunde quatschen mit Leuten aus Hongkong, Shanghai und Guangzhou konnte ich sie dann endlich finden.
Kurz erklärte man mir die Regeln, Tricks und Kniffe beim Frisbee spielen und schon ging es bei blauem Himmel und Sonnenschein aufs Feld. Leider konnte ich nur bei einem Spiel dabei sein und mussten uns auch noch 11:10 geschlagen geben. Aber cool war's trotzdem.





Die Aftershowparty konnte ich leider nicht mitnehmen, da ich bereits Jutta für die Deutsche Ecke zugesagt hatte. Hier treffen sich Studenten des Tongji Medical Colleges alle 2 - 3 Woche mit Jutta und diskutieren über verschiedenste Themen auf deutsch.
Hierbei sollte erwähnt werden, dass Tongji Hospital von einem deutschen Arzt gegründet wurde und seither ein intensiver Kontakt mit deutschen Universitäten und Firmen besteht. Deshalb gibt es auch jedes Jahr eine Sonderklasse, die in ihrem ersten Studienjahr nur Deutsch lernen und sich dann natürlich erhoffen irgendwann in Deutschland zu famulieren oder sogar studieren. Sehr angenehm und sehr witzig ging es diesmal um den chinesischen und deutschen Nationalfeiertag. Das gemeinsame singen bei der Nationalhyme darf natürlich nicht fehlen...


Die kommende Woche steht im Schein der Dermatologie, denn am Freitag wird es ernst. Im Anschluss möchte ich dann mit einem Kumpel aus Guangzhou nach Huángshan fahren um die Mountain of mists zu erkunden.

Viele Grüße aus Wuhan!

Dienstag, 11. Oktober 2011

Hawaii von China...oder so etwas ähnliches

Die letzte Woche - die goldene Woche - sollte es für mich nach Hainan oder auch das Hawaii von China gehen. Gemeinsam beschloss ich mit Hauke, einem anderen Stipendiat aus Peking, den Weg in Richtung Südchina zu nehmen. Doch die Zeichen für Sonne, Strand und Faulenzurlaub standen nicht gut, denn Taifun Nalgae sollte uns einen tierischen Strich durch die Rechnung machen. Im nachhinein konnten wir uns glücklich schätzen, dass man uns Montagnachmittag auf Haikou hat landen lassen, denn am Dienstag wurden alle Flugzeuge aufs Festland umgeleitet. Soviel dazu...

*no comment*

Mit Hauke traf ich mich also am Flughafen und uns wehte tropisch feucht-warme Luft ins Gesicht. Kaum am Hostel angekommen, hörten wir laute Musik und schneller als gedacht standen wir in einem Kreis von 10 amerikanischen Englischlehrern in China. Tja, und da Regen kaum den Durst nach Sonne und Urlaub stillen kann, mussten wir zu einem anderen berauschenden Mittel greifen und da ihr sicherlich von Flo wisst, wie Amis feiern können, könnt ihr euch in etwa ausmalen, wie der Abend ablief. Letztlich landeten wir irgendwann in einem chinesischen Club.

Chinesische Clubs sind etwas anders als Deutsche:
Es gibt viele Stehtische und selten eine große Tanzfläche. An diesen Stehtischen spielt man irgendein Würfelspiel mit der Absicht seinen Gegenspieler schnellstmöglich ins Delirium zu schießen.
Und selbst auf diese Touriinsel gilt man als blonde, europäische Frau als exotisch und hat durchaus Vorteile was die Getränkeversorgung am Abend angeht. Schnell kamen wir Langnasen in Kontakt mit einigen wohlbetuchten Chinesen.

Bananahostel in Haikou - Partyconnection aus den USA beim gemeinsamen Dinner

Die darauffolgenden Tage sollte sich die Großwetterlage kaum ändern, sodass wir unter anderen durch ca. 30cm tiefes Wasser auf den Straßen von Haikou wateten.

Überschwemmungen in vielen küstennahen Regionen...

Ein besonderes Erlebnis war die Taxisfahrt am Mittwoch Morgen, als eine ca. 2,5m hohe "Wasserwelle" von einem Bus auf unsere Auto knallte. Aus diesem Grund versuchten wir im Hinterland, welches durchaus bergig und grün ist, unser Glück. Bis auf ein paar nicht vorhandenen Hotsprings und "Teefrauen", die alles andere verkauften außer Tee, blieb uns am Donnerstag nur die Fahrt nach Sanya - dem Touriort Nummer 1 von Hainan übrig.

Reisterassen im Landesinneren

Dort angekommen, wir waren übrigens zu dritt, stellten wir erschrocken fest, dass jedes größere Restaurant, Bar, Straße oder Hotel alle Werbeschilder in kyrillisch geschrieben hatte und wir lediglich auf russisch angesprochen wurden. Sanya ist das Mekka für alle sonnenhungrigen russischen Weißbäuche...
Kyrillisch everywhere - es gab sogar ein eigenes Einkaufszentrum

Nichts gegen ein feines Chinchillajäckchen für schlappe 35.000 Euro ;)

Dennoch wagten wir trotz allem Wind und Regen den Sprung ins warme Nass und erkundeten die Stadt. Neben tropischen Früchten, vielen Massageständen und Latinomusik sah es jedoch in vielen Ecken nicht wirklich nach Hawaii aus, sondern eher mehr chinesisch. Aber gut, man lernt hier mit der Zeit gekonnt wegzuschauen und wegzuhören, um die schönen Dinge umso mehr zu schätzen.
Frühstück klassich auf Plastikstühlen, aber immerhin sonnig

Was wäre "Hawaii" ohne Hawaiihemden?


Am Samstag wollte der Regen gar nicht mehr aufhören, so dass wir beschlossen, nun wirklich zu den Hot Springs zu fahren. Dieser Ort entpuppte sich als Insidertipp und war mein persönliches Highlight des Aufenthalts:
36 verschieden Whirlpools im tropischen Ambiente mit orientalischer Musik sollten uns den Frust nehmen. Diese Pools, teilweise auch als Separee verwendbar (...), wurden mit unterschiedlichen Zugaben wie Kaffee, Milch, Citrus, Wein usw. und 56 Grad heißen Wasser kombiniert. Also brodelten wir wie im Hot Pot vor uns hin, währenddessen es von oben erfrischend kühl niederging.

Zusätzlich gab es noch ein Pool, an dem Süßwasserfische abgestorbene Hautrest bzw. -schuppen von uns abknabberten. Also hatte ich da ca. 200 kleine Fische an meinen Füßen und Beinen...und das krabbelt ;).


Und was wäre ein dekadenter Spa ohne eine coole Bar im Pool. Das soll heißen, wir saßen hüfttief bei 35 Grad im Wasser an der Bar und genossen mit einigen holländischen Studenten ein kühles Blondes - besser kann man einen verregneten Tag nicht nutzen.




Sonntagmorgen gegen 7 Uhr kitzelten uns die ersten Sonnenstrahlen aus dem Bett, so dass wir die Chance am Schopfe packten und noch einmal den Strand nach Muscheln abliefen. Und natürlich mussten wir auch noch einige Bälle am Strand von Sanya schmettern - Deutschland konnte überlegen vom Platz ziehen.

Sanya Beach!

Die Heimfahrt gestaltete sich dann etwas adrenalinreicher als gedacht. Denn man sollte niemals blind Chinesen glauben, was sie einem versprechen. Ein Chinese würde nämlich niemals zugeben, dass er etwas nicht weiß, sondern er erfindet stattdessen einfach irgendetwas, was dann meist nicht der Wahrheit entspricht.
Trotz mehrfachen Nachfragens standen wir an der Zugstation und konnte leider nicht unser Ticket für die Fahrt zum Flughafen zur gewünschten Zeit buchen. Also mussten wir eine Stunde warten und kamen 16:20 in Haikou an. Leider ging aber mein Flieger nach Wuhan bereits um 16:50, sodass wir lossprinteten und wohlmöglich eine recht gute 2000m Zeit abgeliefert hätten. Selbst am Counter meinten sie dann "Hurry Up"! Aber manchmal hat man halt auch einfach etwas Glück. Denn als hinter mir die Tür geschlossen wurde und ich auf mein Ticket schaute, stellte sich heraus, dass ich zu allem "Übel" auch noch in der Businessclass gelandet war.

Soweit dazu. Nun gehe ich mit einem PJ'ler aus Hannover auf sein Abschiedsessen, welches skurrilerweise im Krankenhaus im 15. Stock des chirurgischen Komplexes stattfinden wird. Ich werde meine Kamera mal mitnehmen und schauen, ob ich ein paar Schnappschüsse bekomme.

PS.: Ich hatte heute meine erste Chinesischstunde - und mir kam wirklich viel chinesisch vor...