Trip Part III - Shanghai und Suzhou
Nachdem ich Mama meine derzeitige "Heimat" Wuhan etwas näher bringen konnte, flogen wir am Dienstagmorgen, 22.11.2011, in die Weltmetropole Shanghai. Dort erwartet uns erst einmal ein kleines Wunder deutscher Techniker - der Maglevtrain. Mit 431km/h ging es vom Flughafen in 8 Minuten in die Innenstadt - und das ganze ohne Rädern sondern nur durch magnetische Kräfte!

...bis zum Bund und konnten von dieser Aussicht nicht genug bekommen..
Wie immer gab es viel zu viele Menschen, die viel zu oft Fotos von uns machen wollten, weswegen ich dann auf die Kameleonstrategie umgestiegen bin..
Den darauffolgenden Tag ließen wir etwas ruhiger angehen. Diesmal besichtigten wir den Jade Buddha Tempel, im Anschluss das Urban Museum of Shanghai und danach flanierten wir noch einmal auf der Nanjing Road, bis wir uns abends mit Jutta, Deutschlektorin von Wuhan, zum Abendessen trafen.
Im Anschluss: Bier und Chips auf dem Zimmer bei so einem Ausblick - selbstverständlich ;)
Am Donnerstag überlegten wir schon scharf, was wir wohl in Shanghai anstellen mögen. Schon komisch, wenn man meint, man sei in einer Millionenstadt und wüsste gar nicht, was man zuerst sehen sollte. Da aber Koffer voll und das Shoppingbedürfnis aufgrund von maßgeschneiderte Kleidung und dem Verhandeln auf den Fakemarktes in Beijing gesättigt waren, entschieden wir uns in aller Ruhe aufzustehen und anschließend durch die bekannte French Concession zu schlendern. Viele kleine Cafés, Alleen und Straßen, die einem wirklich in eine französische Kleinstadt versetzten..
Nach einem netten Schwatz im Vienna Café und sich einfach-mal-treiben-lassen, fuhren wir mit der Metro auf die andere Seite - Pudong - des Huangpou Rivers.
Die Fahrt auf den Jinmao Tower, zweithöchstes Gebäude von Shanghai, rundete die ganze Sache gebührend ab. In der Cloud 9, Bar im 87. Stock gönnten wir uns an unserem vorletzten Abend einen kleinen Mai Tai und schwelgten in Erinnerungen der letzten 2 Wochen.Der ganze obere Teil des Towers ist ein super edles Hotel. Der Turm ist ab dem 50 Stock "hohl" und die Hotelzimmer kleben wie Bienenwaben an den Wänden, weil natürlich jeder Gast ein Fensterzimmer haben will.
An unseren letzten Tag fuhren wir in das kleine Wasserstädtchen Zhuijiajiao. Unaussprechbar aber wirklich süß schippern dort Gondoleros durch die Wasserstraße umsäumt von kleinen Geschäft, wo man wieder einmal all die Dinge kaufen kann, die man nicht braucht!
Am Samstagmorgen gönnten wir uns noch einmal Baozi (meine Lieblingsfrühstück: gefüllte Teigtaschen - yummy!). Anschließdn brachte ich,doch etwas geknickt, meine Mummy an die Maglevbahn und stand dann allein in dieser Monsterstadt von Shanghai!
Etwas emotional angeknickst, ging ich in ein Hostel und war keine 5 Minuten später mit einer Französin, Spanierin und Schweden in der French Concession unterwegs. Von dort aus wollte ich noch einmal zu einem Markt und wurde ganz freundlich von zwei jungen Chinesinnen angesprochen, ob ich nicht ein Bild von den beiden machen könnte.
Gesagt - getan - ein Fehler...
Unglaublich freundlich und mit ausgezeichneten Englischkenntnissen ( das sollte einem in China wirklich zu bedenken geben..) fragten mich die beiden, ob ich nicht Lust auf eine Teeverkostung hätte, da die beiden gerade hinwollten. Bis auf eine Party am Abend hatte ich sowieso noch nichts groß geplant, weswegen ich mich über nette Gesellschaft freute und ging mit den beiden mit.Tja, und jetzt könnt ihr ja schon fast ahnen, was kam... Abgesehen von der wirklich lustigen und beeindruckenden Teeperformance inkl. 6 Tees, Hintergrundinformationen & Co.kam eine Rechnung, die im Nachhinein noch immer Aggressionen in mir schüren. Doch in diesem Moment war einfach mein Kopf aus! By the way - Teeverkostungen sind kostenlos..wie DOOF!
Egal, diese Erfahrung habe ich nun auch gemacht! So eine Dreistigkeit wird es wohl auch nur in den Metropolen wie Beijing und Shanghai geben. Mir wurde nichts geklaut und auch nichts angetan! Verarscht kam ich mir aber schon vor - ein echt doofes Gefühl, wenn man so nach und nach realisiert, dass da irgendwas komisch war *...*! Wie auch immer, mein Entschluss aus Shanghai abzureisen war damit gefestigt.. Im Nachhinein habe ich lachend festgestellt, dass ich wohl nicht die einzige war, die darauf reingefallen ist.
Am Sonntag ging es für mich in das kleine Örtchen Suzhou, ca. 1 Stunde Bimmelbahn fahren von Shanghai entfernt, oder 20min Superhighspeedtrain. Hier wollte ich zu anfangs nur 2 Tage bleiben, was sich aber im nachhinein wie immer anders entwickelt als geplant.
Ein kleines Örtchen, in dem viele alte Menschen sich zur Ruhe gesetzt haben und das Flair von Wasser, tollen Gärten und alten Häusern genießen...



Interessant war auch hier wieder einmal, wie Chinesen einen solchen Ort empfinden und erleben:
kitschiges Erinnerungsfoto eins nach dem anderen
Der Ablauf ist immer gleich: SIE stellt sich neben einen – am besten blühenden Strauch – greift sich einen Zweig/Blüte und tut so, als würde sie daran schnuppern. Dazu setzt sie ein künstlich-verzücktes Lächeln auf, während ER das Foto schießt. Danach wird sofort überprüft, ob es den hohen künstlerischen Ansprüchen genügt und im Zweifelsfall sofort wiederholt. Wenn man also nicht gerade von einer drängelnden Touristengruppe durch einen dieser Garten getrieben wird, stolpert man über fotografierende Paare. Interessantes Flair. Ein durchschnittlicher deutscher Park ist doch um einiges chilliger.

Interessanter waren deshalb wohl eher meine Bekanntschaften:
deutschen Kindergärtnerinnen in Shanghai, Praktikanten bei Bosch, 4 durchgeknallte Kerle und sehr liebenswerte Österreicher.
Neben viel Spaß beim Blödsinn machen, schwimmen und Bier trinken, konnte ich eine Nacht bei Silvia, Österreicherin, unterkommen. Beim gemeinsamen Vanille Gipferln backen und Glühwein schlürfen kam auch ich in die erste richtige Weihnachtsstimmung.
In China wird Weihnachten ohne großen Hintergrundwissen gefeiert und nur als kommerzielles Event vermarktet! Hauptsache bling bling und kitsch! Seit Ende November läuft Weihnachtsmusik auf den Straßen und im Apple Store wurde mir am 1.12.2011 Merry Xmas gewünscht...no comment..
In China wird Weihnachten ohne großen Hintergrundwissen gefeiert und nur als kommerzielles Event vermarktet! Hauptsache bling bling und kitsch! Seit Ende November läuft Weihnachtsmusik auf den Straßen und im Apple Store wurde mir am 1.12.2011 Merry Xmas gewünscht...no comment..
Am Mittwochabend fuhr ich nach Shanghai zurück. Dort traf ich mich mit Max, Stipendiat aus München, und wir versackten erneut bei Glühwein in der French Concession.
Donnerstag ging mein Flieger nach Guilin...dazu mehr im nächsten Post!


1 Kommentar:
Es ist unglaublich, was du so alles siehst und erlebst !!!
Es ist unvorstellbar, dass ein Gebäude (Jinmao Tower) ab dem 50. Stockwerk "hohl" ist, weil einfach jeder Hotelgast ein Fensterzimmer haben möchte.
Pass` nur immer gut auf dich auf und bewahre stets ein gesundes Mißtrauen
(Teeverkostung ! )
Ansonsten sind das wieder supertolle Fotos !
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